Über 100 Jahre

...ist dieser Verein bereits alt. Die Vereinsgründung wurde damals im Amper-Boten dokumentiert:

Der Obstbau- und Bienenzuchtverein Dachau-Indersdorf hielt am Sonntag in Petershausen eine Versammlung ab, welche, wie die letzte Versammlung des Vereins in Schwabhausen, äußerst zahlreich besucht war. Es galt wie dort, die Gründung eines Lokalvereines herbeizuführen, welcher die Gemeinden Petershausen, Kollbach, Asbach, Ainhofen, Biberbach, Obermarbach, Pasenbach, Vierkirchen und Weichs umfassen sollte. Der um den Verein und die Obstbaupflege des Bezirkes wohlverdiente Vorstand des Gesamtvereins Hochw. Hr. Pfarrer Schmid von Petershausen legte die Gründe dar, welche in der letzten Generalversammlung dazu führten, den Bezirksverein in kleinere Gebiete umfassende Vereine zu teilen; insbesondere hob er hervor, wie die Arbeitslast für den Vereinsvorstand mit dem Anwachsen des Vereins, der heute schon 40 Gemeinden mit weit über 500 Mitgliedern umfasst, beinahe nicht mehr bewältigt werden konnte.

Für den Lokalverein wurde hierauf in der Versammlung gewählt: Als erster Vorstand Hochw. Hr. Pfarrer Schmid = Petershausen, als 2. Vorstand und Schriftführer Hr. Lehrer Heinzinger = Kollbach, als Kassier Hr. Bäckermeister Kloiber = Petershausen. In der gleichen Versammlung hat Hochw. Hr. Pfarrer Schmid einen interessanten Vortrag über Obstbaumzucht gehalten, in welchem der unermüdliche „Vorkämpfer” für diesen Zweig der Landwirtschaft, den anwesenden Züchtern mit manch trefflicher Belehrung und praktischen Ratschlägen aus dem Schatze seiner Erfahrung an die Hand ging. Die Versammlung nahm den besten Verlauf; durch sie dürfte dem Vereine manches neue Mitglied gewonnen worden sine. Der junge Lokalverein ist unter den schönsten Auspizien für sein weiteres Blühen und Gedeihen gegründet worden.

(„Amper-Bote”, 34. Jahrgang, Nr. 92, Dachau, Samstag, 17. November 1906)

 

Nach den Kriegswirren kam es 1947 zu einer Neugründung. Gründungsvater war dieses Mal der als „Apfelpfarrer von Hohenbercha“ bekannte Korbinian Aigner, der im damaligen Gasthof Bauer (Petrichhof) gleich 26 interessierte Bürger zum Beitritt bewegen konnte. Vom alten Verein konnte unter anderem eine vollständige Mosterei mit Obstpresse und –mühle, eine Dosenverschluß-maschine und eine Insektenbekämpfungsspritze übernommen werden. Bis etwa 1956 wurde damit wieder wie vor dem Krieg Fleisch und Wurst konserviert und Obst vermostet.

 

Mitte der 70er Jahre drohte kurzfristig das Aus: keiner der damals rund 80 Mitglieder wollte den Vorstand des Vereins übernehmen. Der Münchner Merkur titelte am 21.5.1976: „Gartler scheuen sich vor Posten – Neuwahlen in Petershausen derzeit unlösbar“.  Aber 1978 ging es unter Herbert Stein, Ludwig Kloiber jun., Hans Lochner und Helmut Echtler dann doch weiter, und wie: die Mitgliederzahl stieg innerhalb von 2 Jahren auf 120 an und überstieg 10 Jahre später die 200er Marke. Zahlreiche Pflanzarbeiten sind aus dieser Zeit dokumentiert. 1987 erhält der Verein den Pflanzgarten am Jetzdendorfer Wald, der mit vielen fleißigen Helfern zunächst eingezäunt und dann bepflanzt wurde. Eine besondere Rolle spiele damals der Beirat Prof. Dr. Hoffmann, der die Planung der Baum- und Strauchpflanzungen übernahm.

 

1998 erhält der erste Vorsitzende Herbert Stein für sein Engagement die Bürgermedaille der Gemeinde Petershausen und 5 Jahre später auch den Bayerischen Staatsorden. 2004 beendet er seine Funktion als erster Vorstand.